Sonntag, 30. Oktober 2016

[Rezension] Better Life – Ausgelöscht von Lillith Korn

Zoe entwickelt ein Programm, mit dessen Hilfe Erinnerungen gelöscht und ganze Persönlichkeiten neu programmiert werden können. Es soll dazu dienen, traumatisierten Menschen das Leben zu erleichtern. Doch ›Better Life‹ nutzt Zoes neues Programm für eigene Zwecke. Erst als sie Paul begegnet, wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar.
Doch da ist es schon zu spät…
Gibt es noch eine Möglichkeit diesen Alptraum zu stoppen?
„Better Life – Ausgelöscht“ ist der Auftakt eines spannenden Dystopie-Zweiteilers.
Quelle: Thalia

ÜBER DAS BUCH

Titel: Better Life – Ausgelöscht
Autor: Lillith Korn
Erscheinungsdatum: 15.12.2016
Verlag: Drachenmond
Genre: Dystopie
Seitenanzahl: 300
ISBN: 978-3-95991-088-0 (Taschenbuch)
Preis: 12,00 (Taschenbuch)
Reihe?: Ja; Teil 1 von 2

ERSTER SATZ

In Stockwerk 23, Zimmer 34 würde man also über seine Zukunft entscheiden.

Meine Meinung

Berlin, in der Zukunft: Das Leben ist hochtechnologisiert und die Menschen müssen beim Zubereiten von Essen, der Heimfahrt mit dem Auto etc. kaum noch einen Finger rühren – denn wozu gibt es so etwas wie Sprachsteuerungen?

In dieser digitalisierten Welt lebt Paul, der eigentlich unter einem ganz anderen Namen, mit einer ganz anderen Persönlichkeit, das Licht der Welt erblickt hat, denn seine wahre Identität wurde von einem Programm des Unternehmens ›Better Life‹ gelöscht und durch eine neue ersetzt. Ermöglicht wurde dies dem Unternehmen erst durch Zoe, doch die junge Frau bereut es zutiefst, das Programm entwickelt zu haben, denn sie hatte damals keine Ahnung, welche Absichten ›Better Life‹ wirklich hat.

Was mir an der Geschichte von Zoe und Paul sehr gut gefiel, war die übergreifende Botschaft über den Ernst und die Gefahren von revolutionärer Technik. Der Grundgedanke, der hinter der Story steht, regt automatisch zum Nachdenken an und ist irgendwie auch leicht beängstigend, denn wer weiß schon, was uns in Zukunft erwarten wird – das gibt der Dystopie eine ganz besondere Note.

Hierbei wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Paul und Zoe erzählt, was ihr mehr Raum und Tiefe schenkt, denn dadurch konnte mir die Autorin das Setting und die Handlung bildlich vor Augen führen und ich konnte mich gut in die Charaktere hineinfühlen. Man kommt wahnsinnig leicht in die Geschichte rein, wird nicht mit Informationen überschüttet, aber schon bald weiß man mehr über ›Better Life‹, die Firma, die im Mittelpunkt der Handlung steht.

Von der ersten bis zur letzten Seite war eine gewisse Bedrohung und Spannung erfahrbar, und manchmal musste man als Leser/in einen Satz mehrfach lesen um den Faden nicht zu verlieren.

Zoe ist eine so herzliche, aber gleichzeitig auch kluge Person, eine Frau der Wissenschaft, die trotz ihrer Erfolge mit ›Better Life‹ Ethik und Moral nicht vergisst. Die Autorin hat sich bei dem Charakterisierung der beiden Protagonisten Zoe und Paul große Mühe gegeben, das hat man gemerkt, aber manchmal hätte ich mir etwas mehr Detailverliebtheit, im Sinne von, mehr Informationen zu Interessen, Vorlieben oder ihrer Vergangenheit, gewünscht.

Wer sind diese Menschen im Innersten, was treibt sie an, was macht sie liebens- oder auch hassenswert?

Auch sprachlich hatte das Buch wenig Detailverliebtheit zu bieten – es lässt sich flüssig lesen, ist mir persönlich aber stilistisch zu einfach gehalten, um mich zu beeindrucken. Das einzige, was mich außerdem ein wenig gestört hat, war die Schnelligkeit – kaum hatte ich das Buch angefangen, war es auch schon wieder vorbei.

Nette Unterhaltung für Zwischendurch

Die Idee, die in diesem Buch verarbeitet wurde, mag vielleicht durch Ähnliches in dem Genre nicht mehr ganz neu sein, aber gerade die kleinen, unerwarteten Wendungen, die Lillith Korn mit hineingewoben hat, haben es für mich zu einer durch und durch eigenen Geschichte gemacht. Trotzdem war es mir insgesamt zu voll, zu bunt und zu reich an Ereignissen auf zu wenig Seiten – wie ein Bilderregen, der auf einen niederprasselt, ohne dass man im Schutz eines Regenschirms hätte aufatmen können.

Dessen ungeachtet möchte ich Lillith Korn als Autorin im Blick behalten – spannende Ideen hat sie in jedem Fall, und wer weiß, was die Zukunft bringen wird.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!!♥

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Kommentare:

  1. Hallo :-)
    tolle Rezi! Das Buch kannte ich bisher gar nicht. Der Klappentext erinnert mich sofort an "Gelöscht" von Teri Terry. Hast du das auch gelesen? Super spannende Buchreihe! :-) Mit diesem Buch hat es die Autorin wohl zu gut gemeint und es mit der Spannung und den Ereignissen übertrieben. 224 Seiten sind halt auch nicht viel. Schade. :/

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend
    Ena

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    1. Dankeschön. Die Reihe von Teri Terry habe ich leider noch nicht gelesen, doch durch das viele positive Feedback schon länger im Auge. :-) Ja, etwas mehr Seiten hätten sich besser für den Spannungsbogen gemacht und hätten den Charakteren sicherlich auch mehr Tiefe geschenkt.

      LG ♥

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