Samstag, 19. November 2016

[Rezension] Erebos von Ursula Poznanski

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht - Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos - bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen ...
Quelle: Loewe

Über das Buch

Titel: Erebos
Autor: Ursula Poznanski
Erscheinungsdatum: Erstmals 2011
Verlag: Loewe
Genre: (Jugend-)Thriller
Seitenanzahl: 488
ISBN: 978-3-7855-7361-7 (Taschenbuch)
Preis: 9,95 (Taschenbuch)
Reihe?: Nein

MEINE MEINUNG

Was ist legal, ethisch vertretbar und wo sind die eigenen Grenzen? 

Auch wenn ich mich nicht so leicht für die Gamewelt begeistern lassen konnte, war es so genau beschrieben, als spiele man selbst, sodass "Erebos" an sich mich oft misstrauisch und besorgt zurückgelassen hat, da es beim Lesen das Gefühl vermittelt, das Spiel beobachte jeden deiner Schritte und ist immer einen Schritt voraus.

Für mich, die ich keine Rollenspiele spiele (nur Sims 3 *lach*), war es etwas zu langatmig, aber man merkt, wie sehr Nick in diesem Spiel versinkt. Man wird dazu gezwungen, darüber nachzudenken, ob man Entscheidungen genau so treffen würde und ob man Aufträge im richtigen Leben ausführen würde, nur weil ein Computerspiel es befiehlt. 

Es war erschreckend, zu lesen, was dieses Spiel für einen Einfluss auf die Jugendlichen hat und man kann nur hoffen, dass es im richtigen Leben niemals etwas Vergleichbares geben wird. 

Zur Verdeutlichung: Das Spiel verlangt ja regelmäßig die Erfüllung von Aufgaben im realen Leben, zum Beispiel den Transport eines Gegenstandes, das Fotografieren von gewissen Dingen oder Observieren von Personen. Und lange ist Nick unfähig das große Ganze hinter all den kleinen, scheinbar zusammenhangslosen Aufgaben zu sehen, die Hunderten von Spielern in ganz London verteilt gestellt werden. Doch bald wird nicht nur Nick, sondern auch dem Leser klar: Erebos hat ein klar definiertes Ziel, einen Zweck und Nutzen, der alles andere als ungefährlich ist.

Jetzt wird der Thriller richtig spannend und nimmt sogar Züge eines Krimis an, denn Nick und ein paar Mitstreiter versuchen, anhand von Hinweisen herauszufinden, wer oder was hinter dem Spiel steckt.

Der Roman war im Großen und Ganzen in einem gut verständlichen Schreibstil gehalten - man hatte sich höchstens hier und da mal ein paar kunstvoll gestricktere Sätze erhofft, aber bei einem Jugendroman, der aus der Sicht eines pubertierenden Jungen erzählt wird, war das schreibtechnisch wohl relativ schwierig umzusetzen.

Buch-Tipp

Trotz Startschwierigkeiten, habe ich das Buch wirklich sehr, sehr genossen und die Geschichte beschäftigte mich eine Weile, auch nachdem ich sie bereits gelesen hatte. Fazit: Ein spannender Jugendthriller über ein Adventure-Rollenspiel, die Vermischung von Realität und Computerwelt und die Ausmaße von Manipulation.
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1 Kommentar:

  1. Erebos habe ich auch mal gelesen, ist aber schon eine Weile her, ich kann mich aber daran erinnern, das es mir sehr gut gefallen hat. Vielleicht sollte ich es mal wieder lesen.
    Sehr gute Rezension übrigens

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