Mittwoch, 9. November 2016

[Rezension] Passagier 23 von Sebastian Fitzek

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …
Quelle: Droemer Knaur

ÜBER DAS BUCH

Titel: Passagier 23
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 29.10.2015
Verlag: Droemer Knaur
Genre: (Psycho-)Thriller
Seitenanzahl: 432
ISBN: 978-3-426-51017-9 (Taschenbuch)
Preis: 9,99 (Taschenbuch)
Reihe?: Nein

Zitat

 "Er war sich sicher, dass nach dem Tod nicht lediglich ein langer, traumloser Schlaf auf ihn wartete. Allerdings konnte er nur hoffen, dass ihm eine Begegnung mit seinem Schöpfer erspart blieb. Sonst würde es nicht bei einem freundlichen Plausch mit dem Verantwortlichen bleiben, der am Fahrkartenschalter des Lebens saß und unschuldigen Kindern One-Way-Tickets in die Folterkammer sexuell gestörter Psychopathen löste." – Seite 167

Meine Meinung

"Passagier 23" war mein erster Thriller von Sebastian Fitzek und genauso herausragend, wie ich es von allen möglichen Seiten (vor allem von Thiller-Fans) vorhergesagt bekommen habe. Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wie ich so lange um diese Bücher bzw. um Herrn Fitzek herum gehen konnte, denn es hat mich schon lange in den Fingern gejuckt, eins seiner hochgelobten Werke zu lesen.

Martin Schwartzs Privatleben steht in absolutem Kontrast zu seinem beruflichen Erfolg, denn seit dem Tod seines Sohnes und seiner Frau ist der Polizeipsychologe nurmehr ein psychisches Wrack. Zu Beginn der Handlung liegen der Tod seines Sohnes und seiner Frau bereits fünf Jahre zurück und Martin hat sich mit den Tatsachen arrangiert und ist sich für keine noch so gefährliche, verdeckte Ermittlung zu schade. Er nimmt sogar in Kauf, HIV Antikörper gespritzt zu bekommen um im Kreise von Kinderschändern, die vorsätzlich Jugendliche mit HIV infizieren, ermitteln zu können.

Sehr viel kann ich zu dem Buch nicht sagen, außer dass es mich aus den und den Gründen total sprachlos zurückgelassen hat, und deshalb werde ich mich kurz halten. Außerdem wäre es unfair, zu viel von der Geschichte zu verraten, die einem den Verstand vernebelt, manchmal vor Spannung nicht zu ertragen ist und voller überraschender Wendungen steckt – besonders dann, wenn man gerade mal wieder aufatmen möchte.

Zum Schreibstil muss man eigentlich nicht viel sagen, gut, für diejenigen die ihn nicht kennen: Er schreibt flüssig, mit viel Spannung und auch mal mit Humor, Sarkasmus und Ironie. 

Er hat während des Lesens eine Atmosphäre kreiert, die schlicht und ergreifend unheimlich war - mit Grausamkeiten seitens des Feindes, oder schlichtweg düsteren Entdeckungen. 

Ich habe mich dem Ermittler Martin Schwartz irgendwie verbunden gefühlt, denn das Schicksal seiner Familie hat mich sehr berührt und ich wollte – genau wie er – die ganze Zeit „Licht ins Dunkle“ bringen … Ich mag keine Bücher, bei denen man schon bei der Hälfte des Buches erahnen kann bzw. es offensichtlich ist, wer der Bösewicht ist. Bei Fitzek bin ich wirklich während des gesamten Buches mit meinen Spekulationen im Dunkeln getappt und war auch vom Ende so überrascht wie selten.

Must-Have

Ich muss sagen: Der Autor weiß, wie man seine Leser packt und nicht mehr loslässt.

Wie in Thrillern üblich wird man auch in "Passagier 23" oft an der Nase herumgeführt, es kommt oft anders, als man erwartet und dann nochmals anders und nochmals. Es ist absolut lesenswert, spannend, und das Tüpfelchen auf dem i: Bei Fitzek ist sogar die Danksagung der Hammer und damit eine passende Ergänzung zur Geschichte!

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