Montag, 23. Januar 2017

[Rezension] Selection. Band 1 bis 3 von Kiera Cass

Die Chance deines Lebens?

35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?
Quelle: Thalia

ÜBER DAS BUCH

Titel: Selection / Selection. Die Elite / Selection. Der Erwählte
Autor: Kiera Cass
Erscheinungsdatum: 27.10.2016
Verlag: FISCHER Sauerländer
Genre: Dystopie
Seitenanzahl: 368 / 384 / 384; Gesamt: 1136
ISBN: 978-3-7373-5448-6 (Schuber)
Preis: 16,99 (pro gebundene Ausgabe); 39,99 (Schuber)
Reihe?: Ja; Teil 1, 2 und 3

Meine Meinung

In "Selection" sind die prägnantesten Veränderungen zu der heutigen Welt vor allem, dass dort wieder eine Monarchie herrscht und die Bevölkerung in ein strenges Kastensystem von eins (königliche Familie) bis acht (Obdachlose, Vagabunden etc.) unterteilt ist. Protagonistin der Geschichte ist America Singer aus der Provinz Carolina, eine Fünf und Musikerin mit großer Familie, die häufig Hunger und Kälte leidet. Ihr heimlicher Liebhaber Aspen Singer überredet sie, an eben jenem Casting teilzunehmen, bei dem eine Frau aus dem Volk gesucht wird, die später den männlichen Nachkomme des Königshauses, Maxon, heiraten soll. Ihre große Liebe Aspen überredet sie eigentlich nur dazu, weil er nicht will, dass er sich vorwerfen muss, America hätte seinetwegen etwas verpasst.

BAND 1
Vorweg: Ich habe mich schnell in das Buch hineinein versetzen können, habe immer mitgefiebert und war darauf gespannt, wie es weiter gehen würde, sodass ich alle drei Bände in einem Stück durchgelesen habe.

Die Handlung von „Selection“ hätte - meiner Meinung nach - zwar noch ein bisschen mehr Spannung vertragen können, aber die sich anbahnenden Gefühle zwischen America und Maxon, verleiten einen dazu, das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Trotzdem waren einige Konflikte vorhersehbar ...

America spricht das aus, was sie denkt und ist deshalb eine unverfälschte und natürliche Figur, mit der man sich als LeserInnen gut identifizieren kann. Man wird bereits auf den ersten paar Seiten Zeuge ihres Temperaments und ihrer Ehrlichkeit, aber leider auch ihrer eigenen Dummheit (ich sage nur "Liebesdreieck"), die mich alle naselang zur Weißglut gebracht hat. 

Mit Maxon konnte ich im ersten Band einfach nicht richtig warm werden, denn meiner Meinung nach war er durch das ständige Anbändeln mit den anderen Mädchen auch nicht besser als America mit ihrem verfluchten "Ich will dich. Ich will dich nicht". Außerdem lässt er weder Humor, noch Mut oder Sexappeal, oder irgendeine andere interessante Eigenschaft durchblitzen, aufgrund der man sich in ihn verlieben könnte.

BAND 2
Der zweite Band hat bei mir eine Achterbahnfahrt der Gefühle ausgelöst, bei der ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich America am besten gratulieren oder sie schütteln sollte.

Die Fortsetzung bestand aus viel mehr Auf und Abs und Hin und Hers, und der Schwerpunkt der Handlung lag mir zu sehr auf dem Liebesdreieck America - Maxon - Aspen. Es fiel mir teilweise sehr schwer, die Unentschlossenheit von America, im Hinblick auf ihre Gefühle für Maxon und Aspen, auszuhalten. 

Dafür wurden in diesem Band noch viel mehr Einzelheiten des Kastensystems aufgeführt und die Ungerechtigkeit der einzelnen Kasten wurde deutlicher und bekam in der Geschichte einen höheren Stellwert. Außerdem haben die Mädchen, im Rahmen des Castings, die ersten Aufgaben gestellt bestellt bekommen, die sie in Zukunft als Königin zu bewältigen haben. Am Anfang der Geschichte noch etwas undurchsichtig, lernt man hier die verbliebenen Mädchen näher kennen und schließt einige von ihnen sogar ins Herz.

Aspen - noch im ersten Band unscheinbar gewesen - gewinnt hier in meinen Augen sehr an Leidenschaft und Kampfgeist, auch wenn ich noch weit von begeisterten "TEAM ASPEN"-Rufen entfernt bin.

Dafür hat Kiera Cass auch bei der Fortsetzung wieder genau das richtig gemacht, was mir an dem ersten Band gefallen hatte: Der Unterhaltungswert war super!

Durch einige sehr heftige Passagen mit Grausamkeiten, die man sich gar nicht vorstellen mochte, empfand ich die Fortsetzung sogar als deutlich spannender als ihr Vorgänger.

BAND 3
Zu den Charakteren kann ich mich diesmal, im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden, in denen mir die meisten Figuren zu oberflächlich charakterisiert waren, nur positiv äußern. Bei jedem der Mädchen wurden plötzlich Charakterzüge sichtbar, die vorher zugunsten des Konkurrenzkampfes verborgen blieben - obwohl ich einige ja bereits im zweiten Band ins Herz schließen konnte.

Selbst Maxon fing plötzlich an, ein interessanter Charakter zu werden, denn in dem finalen Band der Reihe, werden so einige Details aus seiner Vergangenheit, aber auch über die Königsfamilie an sich, offenbart, durch die ich mich besser in ihn hineinversetzen konnte.

Was ich schade fand war, dass die Rebellion und somit der dystopische Teil bis zuletzt eher im Hintergrund blieb und der Fokus darauf liegt, wen Maxon und wen America wählen.

Buch-Tipp

Am besten hat mir der dritte und abschließende Band gefallen, dennoch blieb America ein Charakter, den ich nur schwer ins Herz schließen konnte, weil ich nicht so handeln würde, wie sie es tut. Dafür wusste ich bis zum Schluss der Reihe nicht, ob sich America für Prinz Maxon und somit für den Thron entscheiden würde.

Mehr zu meinem Bewertungssystem ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen