[Bloggergedanken] Bücher helfen, wenn Deine Welt zusammenbricht

Freitag, 6. Oktober 2017 |

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Wenn Deine Welt zusammenbricht und alles um Dich herum in Schutt und Asche zu liegen scheint – was hilft dann? 

Meine Antwort wird immer die gleiche sein, ich wiederhole sie wie ein Mantra, immer und immer wieder: Bücher. 


Obwohl ich über so ein ernstes Thema sprechen möchte, muss ich schmunzeln. Das liegt daran, dass dieser Beitrag irgendwie auch eine Hommage an die Bücher dieser Welt ist.

Natürlich, man sollte mit seinem Partner darüber reden, wie festgefahren man in seiner emotionalen Verfassung ist und mit seinen Freunden darüber reden, bis sie einem womöglich das Gefühl geben, man könnte alles schaffen. Aber es gibt Momente, da will man nicht reden, und in solchen Momenten schlendere ich gerne zu meinem Bücherregal und schnappe mir eine Geschichte, in deren Seiten ich mich verlieren kann. Ich hoffe, ich bin nicht die einzige, der es so geht. Bücher sind für mich wie Krücken zum Gehen, die mich stützen, wenn ich aus eigener Kraft nicht mehr kann, auch wenn das befremdlich erscheinen mag.

"Ich bin das einzige iPhone 5 in einer Welt voller Android-Telefone. Was allen hilft, passt nicht in meine Anschlüsse." – Morgen ist leider auch noch ein Tag, Tobi Katze
Um alle Missverständnisse auszuräumen: Ich rede nicht unbedingt von einer psychischen Krankheit, wie zum Beispiel Depressionen (mit denen ich schon selber in Kontakt kam), sondern von harten Zeiten im Allgemeinen. Doch welchem Teil der Faszination des Lesens, dem Eintauchen in eine eigene Welt, haben wir das Gefühl, es würde uns ein wenig besser gehen, zu verdanken?

Lesen, wenn der Regen herrlich aufs Dach prasselt oder im Ohrensessel, zusammengekauert, die Holzscheite knisternd im Kamin. Man lebt in der Geschichte, die man gerade liest, und da bleibt eben nicht mehr viel Platz, über die Probleme, die einen in der rauen Wirklichkeit verfolgen, nachzudenken.

Die Buch-Charaktere

Es gibt Charaktere zum Verlieben, aber auch Charaktere, die man kaum ausstehen kann – das macht einen guten Roman aus. Wir sind damit beschäftigt, Charaktere zu lieben, die uns tief in unserem Inneren berühren, und Charaktere zu hassen, die uns öfters zur Weißglut treiben als uns lieb ist. Das Hineinfühlen in fiktive Charaktere, das Bluten unseres Herzens bei deren tragischen Schicksalen, lässt uns für ein paar Stunden alles um uns herum vergessen. Ich meine, gegen die Probleme eines elfjährigen jungen Zauberers, auf dessen Schultern ständig das Schicksal der gesamten Welt lastet, kommen uns unsere eigenen doch ziemlich mickrig vor, beinahe lächerlich.

Das Worldbuilding 

Einer der Gründe, weshalb ich Fantasy immer allen anderen Genren vorziehen würde, ist meine Liebe zu fiktiven Welten, Orten oder Universen mit magischen Kreaturen, Zauberkräften und und und ... Ich gehe liebend gerne ins Wunderland, ein Kaninchenloch hinab, zu weißen Kaninchen, die immerfort Tee trinken, weil die Uhr zur 5-Uhr-Teestunde der Engländer stehen geblieben ist und in die alten Bäder von Hogwarts, wo die Maulende Myrte seit Ewigkeiten als Geist umherspuckt und ich mit meinen drei Freunden ungestört den Vielsafttrank brauen kann. 

Zuhause fühle ich mich nur in der Ferne, in der Fremde, in jedem unbekannten Land, in das ich durch die Seiten meiner Bücher reise. „Lesen macht glücklich“ oder „Lesen macht den Kopf frei“ sind für mich nicht nur zwei Floskeln, die ich einfach so dahersage – ich glaube wirklich daran und diese fiktiven Welten helfen mir dabei.

Wie empfindet Ihr das? Könnt Ihr das nachvollziehen oder haltet Ihr meine Ansichten für völlig überzogen?

Auf Eure Meinung zu dem Thema bin ich sehr gespannt, also lasst mir diese gerne in den Kommentaren da!



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