*[Rezension] Bird and Sword von Amy Harmon

Anna-Lena Ebeling | Samstag, 11. November 2017 | / |

Klappentext

Ein Mädchen ohne Stimme. 
Ein König in Ketten. 
Ein Fluch, der sie vereint. 

Mit fünf Jahren musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wurde. Mit dem letzten Atemzug nahm sie ihrer Tochter die Stimme und die Macht der Worte. Denn Magie ist eine Todsünde in Jeru. Dreizehn Jahre später erscheint der junge König Tiras am Hof von Larks Vater, um diesen an seine Treuepflicht im Krieg zu erinnern. Er nimmt die stumme junge Frau als Geisel mit sich. Zunächst fürchtet Lark den König, doch sie merkt schnell, dass Tiras ebenso wenig frei ist wie sie und dass die Liebe womöglich die einzige Waffe ist, die ihrer beider Ketten sprengen kann - (Quelle: Amazon)


Bereits in meinem Beitrag zu den Neuerscheinungen Oktober 2017 habe ich angekündigt, dass ich "Bird and Sword" nach Erscheinungstermin schnellstmöglich von meiner Wunschliste befreien will. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich bei der Leserunde vom Bastei Lübbe Verlag dabei sein darf und das Buch als eBook gestellt bekomme.

*An dieser Stelle möchte ich der Lesejury noch mal herzlichst für das Exemplar zur Leserunde danken.

Die Spinner mit der Gabe, zu spinnen à la Rumpelstilzchen, die Wandler mit der Gabe, sich in die Tiere des Waldes oder Wesen der Luft zu verwandeln, die Heiler mit der Gabe, Krankheiten und Verletzungen zu kurieren und die Weissager mit der Gabe, die Zukunft vorherzusagen oder mit der Macht ihrer Worte zu verändern. Unsere Protagonisten Lerche bzw. Lark gehört der letzten Gattung von "Magischen" an – sie ist wie ihre Mutter eine Weissagerin, mit dem entscheidenen Unterschied dass sie nicht sprechen kann.

Dem Klappentext auf dem Buchrücken hätte ich zunächst entnommen, dass Larks Mutter sehr streng mit ihr war, vllt. sogar ignorant. Auf den ersten paar Seiten lernt man, dass die beiden ein sehr liebevolles Verhältnis zueinander hatten und Larks Mutter ausschließlich aus Liebe zu ihr handelte, als sie ihr die Macht der Worte nahm.

Ich bin mal ehrlich und sage geradeheraus, dass ich das englische Cover im direkten Vergleich zu dem deutschen gelungener finde, auch wenn ich mit dieser Meinung wohl eher zu der Minderheit gehören werde. Das deutsche ist mir etwas zu verspielt und entspricht zu sehr dem derzeit gängigen Cover-Trend von gutaussehenden Mädchen in Kleidern, wohingegen das englische die düstere Atmosphäre des Buches einfängt.

Die nun erwachsene Lark ist sehr oft draußen im Wald, wo sie eines Tages einen verletzen Adler findet, den sie mithilfe ihrer Gedanken zu heilen versucht. Ich habe beim Lesen nicht lange gebraucht, um herauszufinden, dass hinter ihrem freundlichen und gutmütigen Wesen, eine junge Frau mit einer gehörigen Portion Feuer unterm Hintern steckt, die anderen durchaus gefährlich werden kann. Allerdings hat es mich gestört, dass sie sich von König Tiras immerzu als Waffe benutzen ließ. Und das, obwohl sie im Verlauf des Buches immer wieder betont, dass sie keine Waffe ist und auch nicht als solche behandelt werden möchte. Irgendwie hat das nicht zusammengepasst.

Im Grunde war mir Tiras sehr sympathisch, auch wenn ich seine Motive bzgl. Lark nicht immer verstanden und bis kurz vor Buchende für teils sehr falsch gehalten habe. Ich glaube, dass ich ihn trotz all dem mag, liegt einfach daran, dass er überraschenderweise ein richtig guter König ist, der sich für sein Volk einsetzt und mit allen Mitteln versucht, es zu beschützen.

Mein größter Kritikpunkt ist, dass die Autorin viele Momente, die man spannend hätte umsetzen können, verstreichen lässt, während sie viele Momente, die sich eigentlich von selbst erklären, unnötig mit "Spannung" versieht und in die Länge zieht. Schade! Doch die Nähe, die sich Stück für Stück zwischen Lark und Tiras aufbaut und entwickelt, die etlichen Intrigen und die teils unerwarteten Wendungen, machen die Geschichte zu einem soliden Fantasy-Roman, an dem man durchaus seinen Spaß haben kann. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß daran, zu verfolgen, wie sich die Geschichte entwickelt und dabei immer interessanter wird. Darüber hinaus arbeitet Amy Harmon mit viel Liebe zum Detail und vermittelt dem Leser durch ihren schön ausgearbeiteten Schreibstil einen bildhaften Eindruck vom Geschehen.

Fazit

"Bird and Sword" ist ein solider Fantasy-Roman, dessen viele Längen durch eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten Tiras und Lark ausgeglichen werden, sowie durch die gekonnt gesponnen Intrigen und dem detailreichen Schreibstil der Autorin.

★★★★☆

4/5 Sterne

Aus dem Amerikanischen von Corinna Wieja | Originaltitel: The Bird and the Sword | Broschiertes Buch: 15,00 [D] | 498 Seiten | ISBN: 978-3-7363-0548-9 | Verlag: LYX | Erschienen: 26.10.2017



1 Kommentar:

  1. Wirklich toll geschriebene Rezension, irgendwie bekomme ich nun direkt Lust auf das Buch! Allerdings bin ich nach ein bisschen am Waceln, hihi. Das Originalcover, das ich mir jetzt direkt mal angeguckt habe, finde ich irgendwie total interessant, würde mich aber wahrscheinlich nicht so ansprechen, wie es das deutsche tut ^-^

    Alles Liebe ♥

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